Wer mir sei´

Der Erzgebirgszweigverein Markersbach e.V.

Unser Verein ist ein Zweigverein des Erzgebirgsvereins e.V. und zählt derzeit rund 120 Mitglieder. Als gemeinnützige Organisation setzen wir uns mit Leidenschaft für die Pflege und den Erhalt erzgebirgischer Traditionen und unserer heimatlichen Kulturlandschaft ein.

Zu unseren zentralen Aufgaben gehört die Bewahrung und Förderung erzgebirgischen Brauchtums – insbesondere in den Bereichen Volkskunst wie Schnitzen und Klöppeln, erzgebirgisches Liedgut und Mundart. Ebenso engagieren wir uns für die Vermittlung heimatkundlicher sowie natur- und kulturwissenschaftlicher Kenntnisse.

Ein besonderes Anliegen ist uns das aktive Erleben unserer einzigartigen Gebirgslandschaft. Durch regelmäßige Wanderungen fördern wir nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch die Verbundenheit zur Region. Dabei leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Erhaltung der Wanderwege.

Darüber hinaus verstehen wir uns als Hüter kultureller Werte und setzen uns für den Schutz von Natur und Umwelt ein – denn unsere Heimat soll auch für kommende Generationen erlebbar und lebenswert bleiben.

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Die Besonderheiten des Vereins

Unnre Schnitzer

Die Schnitzergruppe unter der Leitung von J. Oeser ist eine engagierte Gemeinschaft, die sich mit viel Freude und handwerklichem Geschick dem traditionellen Schnitzhandwerk widmet. Besonders stolz ist die Gruppe auf ihre aktive Kinder- und Jugendarbeit. Regelmäßig nehmen junge Schnitzerinnen und Schnitzer an Veranstaltungen und Wettbewerben teil – oft mit großem Erfolg.

Die Teilnahme an den Schnitzertagen in Annaberg-Buchholz ist für die Gruppe ein fester Bestandteil im Jahreskalender und bietet eine wertvolle Möglichkeit, das Erlernte zu präsentieren und sich mit anderen Holzbildnern auszutauschen.

So erreichte ein junger Schnitzer in diesem Jahr bei den Schnitzertagen in Annaberg-Buchholz mit seinem Werk „Unter Wasser“ in der Kategorie Kinder den 2. Platz – ein schöner Beleg für das kreative Potenzial und die handwerklichen Fähigkeiten des Nachwuchses in der Gruppe. Auch überregionale Aufmerksamkeit konnte die Gruppe bereits auf sich ziehen, unter anderem durch eine Reportage des MDR, die im März 2025 im Schnitzerhaus aufgenommen wurde. Der Beitrag wurde im MDR Fernsehen ausgestrahlt und ist weiterhin in der Mediathek verfügbar.
Mit ihrer Arbeit leistet die Gruppe einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Weitergabe erzgebirgischer Handwerkskunst – über Generationen hinweg.

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Unnre Kinner

In unserer Kinder- und Jugendgruppe dreht sich alles um das gemeinsame Erleben, Lernen und Bewahren erzgebirgischer Traditionen. Mit viel Freude und Kreativität vermitteln wir den Kindern und Jugendlichen altes Handwerk wie Schnitzen und Klöppeln – echte Volkskunst, wie sie seit Jahrhunderten im Erzgebirge gepflegt wird.

Doch Tradition heißt bei uns nicht Stillstand. Neben dem praktischen Erlernen dieser Fähigkeiten ist es uns ein wichtiges Anliegen, auch Heimatverbundenheit und Wissen über das Erzgebirge zu fördern. Dafür unternehmen wir einmal im Monat abwechslungsreiche Gruppenaktivitäten: Wir gehen gemeinsam auf spielerisch gestaltete Wanderungen quer durch unser Erzgebirge, besuchen Museen wie das Spielemuseum oder das Räucherkerzenmuseum. Auch moderne Angebote wie ein Besuch im Kletterwald stehen bei uns auf dem Programm.

Ein zentraler Treffpunkt ist unser neu gestalteter Jugendraum. Hier finden gemütliche Hutznohmnde, lustige Spieleabende und spannende Filmabende statt – Raum für Gemeinschaft, Gespräche und Spaß.

Ein besonderes Highlight im Jahresverlauf sind die Jugendkulturtage, welche wir gemeinsam mit anderen Zweigvereinen feiern. Dieser Tag in Grumbach wird mit vielfältigen Aktivitäten gestaltet und endet mit einer gemeinsamen Übernachtung in der Jugendherberge – ein echtes Erlebnis für alle Beteiligten.

Weibl´un Gust

Die Legende vom Hundsmarterweibl

Vor vielen Jahrhunderten, als noch Salz mit schwer beladenen Wagen über die Salzstraße von Halle nach Prag transportiert wurde, führte ein alter Waldweg namens Hundsmarter durch die tiefen Wälder des Erzgebirges. Auf diesem rauen, steinigen Pfad zog einst ein Weib ihren Salzwagen – gezogen von kräftigen Hunden, die mühsam gegen den schlammigen Untergrund ankämpften.

Das Weib war für ihren jähzornigen Charakter bekannt. Als die Hunde durch das unwegsame Gelände immer langsamer wurden, verlor sie die Geduld. Wütend schlug sie mit der Peitsche auf die Tiere ein, verfluchte ihren Weg und stampfte mit aller Kraft auf den Boden. In diesem Moment bebte die Erde.

Wie vom Zorn der Natur selbst getroffen, öffnete sich der Waldboden. Ein gähnender Riss tat sich auf – und mit einem gewaltigen Krachen wurde das Weib samt Wagen und Hunden vom Erdreich verschlungen. Die Stelle, an der dies geschah, blieb lange gemieden.

Doch die Geschichte endet nicht dort. Denn seit jenem Tag heißt es, das Hundsmarterweibl kehre alle hundert Jahre zusammen mit ihrem Gust zurück. In stürmischen Nächten, wenn Nebel die Bäume umschlingt und kein Laut durch den Wald dringt, kann man das Knarren eines alten Wagens hören – und das Keuchen der Hunde, die erneut versuchen, das Weib über die Hundsmarter zu ziehen.

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